15.01.2019

keine heimKINDEREIEN

keine heimKINDEREIEN
Erfahrungen älterer ehemaliger Heimkinder im Berufsleben

- Das Projekt -



Am 17.12.2018, 16:30 Uhr findet die Protagonisten-Aufführung 
unseres Films "keine heimKINDEREIEN" 
im Nachbarschaftshaus, Ribnitzer Straße 1b, 13051 Berlin statt.

DVD's und Begleitbroschüre zum Film.

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Das Projekt Erfahrungen älterer ehemaliger Heimkinder im Berufsleben startete am 15.11.2017 und ging bis zum 14.11.2018. Dieses LSK-Mikro-Projekt wurde durch den ESF und das Land Berlin gefördert. Der letztendliche Titel des Films lautet: "keine heimKINDEREIEN".

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Projektbeschreibung

Geplant ist ein Film- und Fotoprojekt, welches die Erfahrungen (im privaten und beruflichen Bereich) von ehemaligen Heimkindern schildert. Dabei sollen Vertreter der älteren Generation (50+/-) einen Fokus bilden. Die Heimaufenthalte dieser Generation lagen im Osten und im Westen in einem Zeitfenster, da in Kinderheimen zum Teil diktatorische Verhältnisse und teilweise strafanstaltsähnliche Zustände herrschten. Es sollen aber auch Teilnehmer späterer Generationen einbezogen (30+/-) werden. Dadurch soll auch ein „Dialog der Generationen“ möglich werden, und betrachtet werden, was hat sich an der Lage der Heimkinder damals und heute rein formal geändert, was aber ist auch gleich geblieben und führte damals wie heute zu ähnlichen Problemen (Stigmatisierung, Ausgrenzung, psychologische Probleme, voreingenommene Haltungen von möglichen Arbeitgebern etc.) Es soll auch eruiert werden, wie die Situation verbessert werden kann, und was Generationen übergreifend voneinander lernen können.

Beratungen zum LSK-Projekt.
Fotos: Thomas Seidel, Uwe Seibt

Kurzbeschreibung:
In den letzten Jahren erst wurde damit begonnen, die entsprechende Geschichte der Heimkinder der älteren Generation aufzuarbeiten:
2010 kam es zum Runden Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren zur Aufarbeitung von Gewalt und Zwangsarbeit in der Heimerziehung in den alten Bundesländern, der zur Einrichtung eines Fonds führte. 2012 wurde auch ein Fond Heimerziehung in der DDR in den Jahren 1949 bis 1990 errichtet. In Deutschland lebten Ende 2011 rund 65.000 junge Menschen in einer betreuten Wohnform. Die Zahl stieg damit seit 2008 um 11%.
(Quelle Wikipedia) 
Es gibt auch Fallbeispiele im Internet und 2015 lief ein beeindruckender Film in den Kinos „Freistatt“. Doch leider bleiben diese vereinzelt unternommen Versuche der Aufarbeitung der Heimgeschichten noch mit ungenügender gesellschaftlicher Relevanz. Die im Zuge dieser Aufarbeitung gesammelten Daten und Dokumente belegen allerdings sehr anschaulich, dass es diese Generation ehemaliger Heimzöglinge besonders schwer hatte. Dies betraf nicht nur den privaten, sondern auch und vor allem den beruflichen Bereich. Ein besonderer lokaler Bedarf besteht an einem solchen im Bezirk Lichtenberg, dazu an dieser Stelle einige Indikatoren:
Der Bezirk Lichtenberg hat sowohl historisch gesehen als auch aktuell einen direkten, engen Bezug zu Problematiken, die mit Kinderheimen zu tun haben. Ziel des Projekts soll es dabei einerseits sein, die historischen Bezüge aufzuarbeiten, entsprechende Recherchen durchzuführen und ggfs. Bewohner ehemaliger oder inzwischen umstrukturierter bzw. in andere Trägerschaft übergegangener Heime zu finden und in die Projekttätigkeit einzubeziehen. Es sollen auch historische Recherchen zu Heimen im Bezirk durchgeführt werden. Ausgehend von den bisherigen Recherchen zur historischen und aktuellen Situation in Bezug auf Kinderheime im Bezirk Lichtenberg lässt sich feststellen, dass Kinderheime und deren Bewohner das Leben des Bezirks geprägt haben und noch prägen, aber nicht ausreichend im gesellschaftlichen Dialog Beachtung finden. Es gibt zwar immer wieder schwerpunktmäßig thematische Symposien, Ausstellungen (vor allem das Heimatmuseum Lichtenberg ist hier federführend), aber insgesamt ist die Problematik nicht ausreichend verankert. Ehemalige Heimkinder haben (außer im Internet) kaum Foren, wo sie sich austauschen oder treffen könnten. Die Diskussionsforen im Internet zeugen aber davon, dass ein Bedürfnis nach Austausch und Aufarbeitung der eigenen Heimerfahrungen besteht, es gibt auch autobiographische Skizzen, Verarbeitungen des Heimaufenthalts in lyrischer Form usw.
Das Film- und Fotoprojekt kann so auch Anlass bieten, sich zu vernetzen, Anlaufstellen zu schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen, weitere historische Studien anzuregen oder fortzusetzen usw.
Das Film- und Fotoprojekt zielt auf die Aufarbeitungen und Erfahrungen älterer Heimkinder im Berufsleben ab. Hierzu gab es noch keine entsprechenden bezirklichen Projekte. Im Rahmen des geplanten Projekts sollen Recherchen zu Kinderheimen in Lichtenberg durchgeführt werden (Gesamtsituation, Verquickung mit der DDR-Staatsmacht, politische Hintergründe etc.).
Im Film und in der Begleitbroschüre sollen aber im Sinne eines Dialogs der Generationen auch Heimkinder jüngerer Generationen interviewt und an entsprechenden Gesprächsrunden beteiligt werden. Es soll auch ein „Ost-West-Dialog“ in Bezug auf Kinderheimaufenthalte in den 1960er und 1970er Jahren in Bezug auf die Verhältnisse in Ost- und Westdeutschland initiiert werden. Hierzu sollen auch westdeutsche Heimkinder älterer Generationen einbezogen werden, die aber im Unterschied zu den direkten Teilnehmer nicht arbeitslos sein müssen. Wichtig sind aber diese Dialoge für die arbeitslosen Teilnehmenden, um eventuelle Netzwerke zu knüpfen, aus Erfahrungen anderer Betroffener für das eigene Leben weiterführende mögliche Handlungsperspektiven abzuleiten. Wichtig sind diese Punkte auch, um das Gesamtprojekt in einen breiten historischen und auf Erfahrungen beruhenden Gesamtkontext zu stellen und die Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungshorizonte zu erweitern.


Link:

Das Projekt:



Gefördert durch:
ESF-Mikroprojekte / lokaler sozialer Zusammenhalt sowie LSK-Mikroprojekte des Landes Berlin.


  
   

Interviewpartner und Projektteilnehmer

keine heimKINDEREIEN
- InterviewpartnerInnen & ProjektteilnehmerInnen -



Erfahrungen älterer ehemaliger Heimkinder im Berufsleben war für unser LSK-Mikro-Projekt, welches durch den ESF und das Land Berlin gefördert wurde, der Arbeitstitel. Während dieses einen Jahres der Beschäftigung mit dieser Thematik hat sich unser abschließender Titel des Films und der Broschüre herausgebildet:

keine heimKINDEREIEN

Für das Inerfahrungbringen von historischen Fakten und persönlichen Schicksalen haben wir uns InterviewpartnerInnen gesucht, die selbst zu dieser Thematik schon geforscht und im Museum Lichtenberg auch schon eine Ausstellung dazu präsentiert haben wie auch Personen, die jahrelange Berufserfahrung auf dem Gebiet der Heimerziehung haben.
Im Weiteren haben sich ehemalige Heimkinder aus verschiedenen Zeiten und gesellschaftlichen Umfeldern bereiterklärt, in Interviews uns ihre Schicksale zu erzählen.
Für die Durchführung unseres Projektes konnten wir auch weitere Menschen gewinnen, die durch ihre Erfahrungen uns hilfreich zur Seite standen.
  • Gabriele Faehnrich, 64, Engagement im Elternaktiv
  • Dorothee Groth, 57, künstlerische Tätigkeiten, Tochter eines Erziehers eines Kinderheimes
  • Ray Güdler, 27, Ausbildung zum Erzieher, Heiminsasse 2001 - 2009
  • Corin Herrford, 51, Leiterin einer geschützten Betriebsabteilung, ehemalige Erzieherin in Einrichtungen der Jugendhilfe der DDR und BRD 
  • Stephan Hofmann, 25, gelernter Maler, Abiturausbildung, Heiminsasse 2008 - 2001
  • Ute Kästorf, 60, sozial engagiert für Kinder in Hohenschönhausen
  • Susanne Knabe, 48, Facharbeiterin Textilpflege, Melkerin, Altenpflegerin, Heiminsassin 1970 - 1978 und 1980 - 1989
  • Dr. Dirk Moldt, 55, Archiv- und Sammlungsleitung Museum Lichtenberg im Stadthaus
  • Walter Sandner (externer Link YouTube), 71, Schreiner, Lackierer, Bierfahrer, Heiminsasse 1947 - 1965
    Walter verstarb leider ein Jahr nach unserem Interview: * 05.05.1947 - † 21.05.2019 
  • Werner Schwarz, 57, Binnenschiffer, Heiminsasse 1963 - 1977
    Autobiografie Schlechtwetterzonen, IATROS-Verlag, 2019
  • Kinderheim Rodewisch, 1950er - 1980er Jahre in der DDR  
  • Dr. Thomas Thiele, 58, Leitung Museum Lichtenberg im Stadthaus

Auch nach unserem Projektende nehmen wir gern in unserem Blog weitere Erfahrungsberichte und Kommentare entgegen und veröffentlichen diese auf unserer Extra-Seite.
 

Das Projekt:



Gefördert durch:
ESF-Mikroprojekte / lokaler sozialer Zusammenhalt sowie LSK-Mikroprojekte des Landes Berlin.


  
   

Heimerziehung in der DDR

keine heimKINDEREIEN
- Heimerziehung in der DDR -



Unser Projekt keine heimKINDEREIEN ist ein Film- und Fotoprojekt, das durch eine Begleitbroschüre und durch diese Präsentation im Internet ergänzt wird. 

Film-DVD und Begleitbroschüre mit Interview-DVD zum Film.

Das Thema „Heimkinder“ war lange Zeit ein „Stiefkind“ des öffentlichen Dialogs. Heime waren immer in großer Zahl sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland vorhanden, doch erschienen sie, wenn man vom medialen Interesse ausgeht, als eine Art abgeschottete Inseln, von denen man zwar wusste, dass es sie gab, die man aber, wenn es nicht unbedingt notwendig war, lieber aus dem eigenen Bewusstsein verdrängte.Unser Projekt will dazu beitragen, gerade diesem Vergessen entgegenzutreten und in Film und Broschüre eine Basis zu bilden, welche die Möglichkeit bietet, die Problematik „Heimerziehung“ und „Heimkinder“ in unterschiedlichem Rahmen zu diskutieren.

Sie können dieses Multimedia-Projekt mit einer kleinen Spende unterstützen - Vielen Dank!


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Aus dem Vorwort

Die Heimerziehung in der Deutschen Demokratischen Republik umfasst die Fremdunterbringung in Heimen in der Ära von 1947 bis 1989. Seit 1951 wurde zwischen den Grundtypen Normal- und Spezialkinderheim unterschieden. Zu letzteren sind die besonders immer wieder in den Medien hervorgehobenen Jugendwerkhöfe zu zählen, wobei das Medieninteresse sich grundsätzlich vor allem an den Spezialkinderheimen der DDR orientierte und gegenwärtig auch noch orientiert. Einerseits berechtigt, da die dort Opfer sinnloser Gewalt und ideologischer Indoktrination gewordenen Personen nun endlich ihre Stimme erheben können, gehört und rehabilitiert werden. Dennoch bleibt es ein Defizit der Aufarbeitung der Heimgeschichte der DDR, dass die sogenannten „Normalkinderheime“ oft außerhalb des Interesses blieben, da es hier gerade in Bezug auf Bemühungen der gesellschaftlichen Integration, Erziehung zur wirtschaftlichen Selbständigkeit und auch zum respektvollen Umgang der Geschlechter untereinander doch pädagogische Konzepte zum Tragen kamen, die man aus der heutigen Perspektive durchaus als „modern“ bezeichnen kann.


Zur Situation in Lichtenberg

Der Bezirk Lichtenberg hat sowohl historisch gesehen als auch aktuell einen direkten, engen Bezug zu Problematiken, die mit Kinderheimen zu tun haben.

Kinderheime im Bezirk Lichtenberg (Geschichte und Gegenwart)

Das wohl im Bezirk bekannteste ehemalige Waisenhaus ist das ehemals am Rummelsburger See gelegene Friedrichs-Waisenhaus. Dieses Waisenhaus hob sich hinsichtlich baulicher Voraussetzungen, innerer Struktur und Umgang mit den Kindern deutlich von den die damalige Zeit insgesamt prägenden Einrichtungen für Waisen ab. Wie folgt beschreibt Thomas Thiele, der Leiter des Heimatmuseums Lichtenberg, in seinem Vorwort zur Begleitbroschüre einer diesem Kinderheim gewidmeten Ausstellung die damaligen Zustände:
Die Großzügigkeit der Anlage und die Berücksichtigung von hygienischen und medizinischen Erkenntnissen ließen das Waisenhaus zu einem vorbildlichen Beispiel für den Wandel im Menschenbild und den Umgang mit den sozial Benachteiligten der damaligen Zeit werden. Die Kinder in Rummelsburg fanden Bedingungen vor, die sich grundlegend von denen im alten Friedrichs-Waisenhaus am Mühlendamm unterschieden. Das neue Waisenhaus steht in einer Reihe und chronologisch an erster Stelle mit dem später errichteten Arbeitshaus Rummelsburg sowie der Irrenanstalt Herzberge.“ 

Das Friedrichs-Waisenhaus in Rummelsburg.

Dieses Waisenhaus diente bis 1953 seinem ursprünglichen Zweck (Schließung wegen der erheblichen durch den Krieg hervorgerufenen und nicht beseitigten Zerstörungen).

Interview 1: Museum Lichtenberg im Stadthaus:
Dr. Thomas Thiele (Leitung) und Dr. Dirk Moldt (Archiv- und Sammlungsleitung).


Ein weiteres „geschichtsträchtiges“ Kinderheim des Bezirks Lichtenberg ist das Dr. Janusz Korczak-Haus am Tierpark.
Die Einrichtung an sich wurde als Kinderheim noch zu DDR-Zeiten im Jahre 1980 gegründet. Es handelt sich vom Äußeren her um einen Plattenbau mitten im Neubaugebiet am Tierpark.
Seit das Haus für Kinder und Jugendliche im Jahre 1994 aus kommunaler Trägerschaft an das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) übergegangen ist, wurden auch die Mittel für einen Umbau eingesetzt. Das EJF wurde 1894 gegründet und unterhält 29 Einrichtungen in Berlin und Brandenburg. Laut einem Bericht aus dem Jahre 1995 gab es im Korczak-Haus drei altersgemischte Gruppen, zwei Jugendgruppen, einen Mutter-Kind-Bereich, Jugendwohngemeinschaften und altersgemischte Außenwohnungen (insgesamt 120 Plätze).

Das Dr. Janusz Korczak-Haus am Tierpark im November 2018.

Wichtig in der pädagogischen Praxis sind den Mitarbeitern die Annahme jedes Kindes in seiner Individualität, Entwicklung von Selbständigkeit und die Befähigung zu Beziehungen und gewaltfreier Konfliktlösung. Die Mädchen und Jungen sind zwischen sechs und 18 Jahren alt, haben keine Eltern mehr oder die Familien sind aus verschiedensten Gründen mit der Erziehung überfordert. Das Haus unterhält internationale Beziehungen. Zu Feierlichkeiten werden gerne als Gäste Vertreter des Warschauer Korczak-Hauses und „Korczakianer“ aus den Niederlanden eingeladen.
Das Haus verfügt gegenwärtig über unterschiedlichste Gruppen und Betreuungsangebote.

Weitere historische Stätten, die ehemals ein Kinderheim waren, sind die Durchgangsheime Lichtenberg (Möllendorffstr. 62-69) und Alt-Stralau (Alt-Stralau 34, 10245 Berlin).  
Durch die Bezirksrevision befindet sich der Ort des Heimes Alt-Stralau (jetzige Thalia-Grundschule), an dem eine Gedenktafel angebracht wurde, inzwischen zum Bezirk Friedrichshain/Kreuzberg gehörig, doch historisch gesehen liegen die Wurzeln in Lichtenberg.
Zu DDR-Zeiten war dies ein Durchgangsheim für Kinder und Jugendliche, die nach den Normen des SED-Staates auffällig geworden waren.
In dem Heim herrschten menschenunwürdige Zustände, wurden die Insassen psychisch und körperlich drangsaliert, wie einstige Bewohner und ein ehemaliger Erzieher bei einem Symposium berichteten.
Das Erziehungssystem im Durchgangsheim:
1946 zunächst als Hauptpflegeheim für Mädchen in der Stargarder Strasse 74 eröffnet, zog das Heim 1952 in die ehemalige Gemeindeschule in Alt-Stralau 34. Um, wie in den Bauunterlagen formuliert, ein Entweichen zu verhindern, wurden von Anbeginn umfangreiche Sicherungsmaßnahmen wie Fenstergitter oder mehrfache Türsicherungen eingebaut. Die Einrichtung erhielt einen gefängnisartigen Charakter, der zusätzlich durch einen strengen, restriktiven Tagesablauf gekennzeichnet war. Das fand auch seinen Ausdruck in Schlägen mit dem Schlüsselbund, Essensentzug und der »Absonderung« von vermeintlich widerständigen Kindern und Jugendlichen in 3 Isolationszellen. Hinzu kam der Zwang zur Arbeit. Junge Insassinnen im Alter von 13 bis 17 Jahren wurden ab 1956 in verdeckten Lastwagen zur Verarbeitung von Schlachttieren in verschiedene Fleischfabriken gebracht. Bei Minderleistungen drohte Ihnen Isolationshaft – oft über Tage. Ab 1959 wurden die Mädchen auch beim Süßwarenwerk VEB Venetia eingesetzt.
Quelle: Museum Lichtenberg.

Das ehemalige Durchgangsheim Alt-Stralau im April 2018.

Das ehemalige Kinderheim „Paul Zobel“ in der Lichtenberger Jacques-Duclos-Straße 66-68 (heute Möllendorffstr. 68, 10367 Berlin) war bis 1945 Standort einer Heilstätte der Landesversicherungsanstalt, vormals Heilstätte vom Roten Kreuz. Das Kinderheim wurde in den 1950er Jahren gebaut. Heute ein Standort vom RBO Reha-Zentrum.   
Die Möllendorffstraße hieß bis 1910 Dorfstraße und von 1976 bis 1991 Jacques-Duclos-Straße.
Hier sollen weitere Recherchen noch Näheres zu der Geschichte des inzwischen geschlossenen Heims und deren ehemaligen Bewohnern ergeben.

Es ist an dieser Stelle im Moment nicht möglich, alle historischen und noch aktiven Kinderheime im Bezirk Lichtenberg aufzuzählen. An dieser Stelle sei aber noch das größte Kinderheim im Bezirk erwähnt: Kinderhaus Berlin – Mark Brandenburg e. V. (Neustrelitzer Str. 57, 13055 Berlin), das ehemalige Kinderheim „Olga Benario-Prestes“.
Das neue Kinderheim „Olga Benario Prestes“ in Berlin-Hohenschönhausen, Stadtbezirk Weißensee, wurde am Montag feierlich eröffnet. Kinder und Jugendliche aus allen Stadtbezirken erhielten damit ein neues schönes Zuhause. In den wohnlich ausgestatteten Räumen des Gebäudes leben 285 Mädchen und Jungen im Alter von drei bis 18 Jahren.
Quelle: ND vom 03.11.1981.

DDR-Gedenkmedaille für Olga Benario-Prestes.

Das Kinderhaus wurde 1993 gegründet. Es ist eine sozialpädagogische Einrichtung, in der Kinder und Jugendliche in 43 unterschiedlichen Teilprojekten von der Mutter-Vater-Kind-Wohngruppe bis zum betreuten Einzelwohnen leben. Auch eine Förder- und Integrationskindertagesstätte sowie vier weitere Kindertagesstätten gehören zum Kinderhaus-Verbund.
Das Kinderhaus stellt ein Gesamtprojekt mit derzeit ca. 43 Teileinrichtungen dar. Die Palette der Teilprojekte umfasst folgende Arbeitsbereiche: Tagesgruppe, ambulante Betreuung, Verselbständigungsgruppen, BEW/WGs, Regelgruppen, innewohnende Erziehungsgruppen, Familienintegrationsgruppen, Mutter-Vater-Kind-Projekt, Hof un(d) Sinn, Kleingruppen mit besonderer Prägung, Kitas und Erziehungsstellen.

Das Kinderhaus Berlin - Mark Brandenburg e. V. im April 2018.

Das Kinderhaus-Projekt realisiert eine flexible, auf die Betreuten bezogene Arbeit. Die Projekte müssen sich den Bedürfnissen der jungen Menschen anpassen und nicht umgekehrt. Das Kinderhaus verfolgt eine ganzheitliche Sicht auf die betreuten Kinder und Jugendlichen und bezieht deren soziale Hintergründe intensiv mit ein. Es realisiert ein Lebensweltkonzept. Das Kinderhaus ist mit seinen Projekten im Kiez vor Ort und somit Bestandteil realer Lebensbezüge.


Kinderheim „Sonnenland“, Rodewisch/Vogtland (1950er – 1970er Jahre)

Das ehemalige Kinderheim im Mai 2018.

Szene 10: Kinderheim „Sonnenland“ in Rodewisch, Vogtland.

Thomas: Aus meinen Erinnerungen an meine Tante und meinen Onkel aus Rodewisch im Vogtland habe ich dies notiert. Ein paar interessante Fotos und Zeitungsartikel konnten sie mir zur Verfügung stellen.

Beide, inzwischen weit über 80 Jahre alt, waren lange Zeit als Erzieherin und Erzieher im Kinderheim „Sonnenland“ in Rodewisch, im Vogtland tätig. Bereits als junge Erwachsene starteten beide, die selbst in ihrer Ehe kinderlos bleiben sollten, in den 50er Jahren ihren beruflichen Lebensweg in dieser staatlichen Einrichtung.
Noch heute sprechen sie stolz nach all den Jahren über das, was sie dort geleistet haben.    
In den 1950er Jahren mussten aus „Nichts“ Mäntel für die Kinder genäht werden. Sie erlebten und organisierten die ersten Umbauten an der ehemaligen Villa, so z. B. den Umbau der ehemaligen Reithalle zu einem modernen Heizhaus um 1968.    
Freude über das Geleistete spiegelte sich auch in dem 1977 eingeweihten neuen Bettenhaus wider. Hier standen moderne 4 Bett-Zimmer für die Kinder und Jugendlichen zur Verfügung. In diesem Neubau waren auch großzügig gestaltete Gruppenräume untergebracht, ebenso verschiedene Räume für die Zöglinge wie Bastel- und Werkstatträume sowie Nähstube und sogar ein Lehrschwimmbecken. Meine Tante übernahm hier die „kleineren“ und mein Onkel die „größeren“ Kinder bzw. Jugendlichen.   
Auch noch gut im Gedächtnis sind die vielen Freizeit- und Ferienaktionen, die von ihnen initiiert, organisiert und betreut wurden. Die vielen hilfreichen Aktionen der Patenbrigaden sind ebenso noch gut in Erinnerung der beiden. Hilfreich ist der dicke Ordner, wo einige „Zeitzeugen“ wie Bilder, Artikel und andere Schriftstücke aufbewahrt werden.

In der Anfangszeit waren die Erzieherinnen und Erzieher mit im Heim untergebracht und lebten so mit „ihren Kindern“, damals nur bis zur 4. Klasse, als „große Familie“ unter einem Dach. Da waren die Wege kurz für all die „kleinen“ und „großen“ Sorgen der Kinder. Da wurde auch schon mal „außerhalb“ der Dienstzeit stolz eine gute Schulnote vorgezeigt. Mit dem Voranschreiten des Wohnungsbaus in Rodewisch ging diese enge Bindung zwischen Zöglingen und ErzieherInnen in den Folgejahren immer mehr verloren.   
Stolz berichteten sie auch, wie dankbar einige „ihrer Kinder“ waren, wenn sie manchmal übers Wochenende mit zu ihnen nach Hause gehen konnten und hier ein „normales“ Familienleben erleben durften, weil in ihrer eigenen Familie das oftmals nicht möglich war.   
Mein Onkel berichtete mir auch, wie durch sein Vorbild und Engagement sogar einer seiner Jugendlichen „Deutscher Meister“ im Judo in seiner Altersklasse wurde. Als er aus dem Heim entlassen wurde, hat er alles weggeworfen, auch seine Medaillen und Urkunden. Nach Jahren kam er zu meinem Onkel und fragte ihn, ob er zufällig die Medaille „Deutscher Meister“ damals doch aufgehoben hätte, seine zukünftige Frau glaubt ihm nicht, dass er mal Deutscher Meister war. Er konnte helfen und die Freude war riesig. Bei solchen Erzählungen strahlen noch heute seine Augen.

Bilder aus dem Heimalltag: Patenbrigade beim Gewächshausbau; Kinder bei Freizeitbeschäftigungen.

War in den Anfangsjahren der frühen 50er nur „Einheitskleidung“ möglich, die aus alten Stoffresten genäht wurde, so verbesserte sich das in den Folgejahren. Später sind die ErzieherInnen der Gruppen mit ihren Kindern regelmäßig „shoppen“ gegangen und haben vom zur Verfügung stehenden Kleidungsgeld zusammen eingekauft.

In den 1950er Jahren gab es „Heimklassen“ in der Schule. Die ErzieherInnen mussten ihre Zöglinge in die Schule bringen. Die Lehrer waren nicht sehr begeistert und dieses System der schulischen Bildung wurde bald abgeändert und die Heimkinder wurden in „normale“ Klassen integriert.  
Wie wichtig die Schulbildung war zeigt sich auch darin, dass die Lehrer im pädagogischen Rat berichten mussten, was sie zur Förderung der Heimkinder, wie zum Beispiel das Schließen von Wissenslücken in dem einen oder anderen Unterrichtsfach, unternommen hatten.
Auszug aus dem Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem, § 20, Abs. 1:
Elternlosen und entwicklungsgefährdeten Kindern und Jugendlichen ist eine positive Entwicklung im Sinne des sozialistischen Erziehungsziels zu sichern.
Quelle: Einladungskarte zur Festveranstaltung am 19. Juni 1966 zum 15-jährigen Bestehen des Kinderheimes „Sonnenland“.
Durch das Führen eines „Buches der guten Taten“ wurden die Kinder und Jugendlichen motiviert. So zum Beispiel verbesserten sich die schulischen Leistungen, bei Altstoffsammlungen wurden gute Resultate erzielt und die Bereitschaft stieg, in Arbeitsgemeinschaften und Zirkeln mitzuwirken.

Ein Highlight für die Kinder und Jugendlichen war der jährliche Heimaustausch, wo alle Kinder und ErzieherInnen „Ferien“ erlebten, so unter anderem auch „Zelturlaube“ in Freibädern, wo die naheliegenden Kioske die Verpflegung übernahmen. Beliebt waren auch die „Ferienaktionen“, zu denen die anderen Kinder sowie die Lehrer aus der Schule eingeladen wurden. Das jährliche „Indianerfest“ war schon ein Spaß, wenn die Kinder und ErzieherInnen als Indianer verkleidet durch die Stadt zogen und so für „Aufsehen“ sorgten. Freude bereiteten auch die Auftritte mit einem kleinen Kulturprogramm im Altenheim.

Durch ihre Initiative konnten im weitläufigen Außengelände auch u. a. eine Beerenplantage und eine Hühnerzucht ohne fremde Mittel aufgebaut werden.
Mit Unterstützung der Patenbrigade des VEB Elektrogeräteschaltwerk wurde sogar ein Gewächshaus errichtet und mit Hilfe der Patenbrigade des VEB STR Rodewisch ein Ententeich angelegt. Ebenso konnten mit der Unterstützung der Patenbrigaden jedem Heimkind persönliche und für die Ausstattung des Heimes gedachte, wie zum Beispiel Spielzeug, Weihnachtsgeschenke überreicht werden.

Auszug aus einem Zeitungsbericht der Freien Presse, 1977.

Später kamen neben den „kleinen“ Kindern bis zur 4. Klasse auch noch ältere Kinder und Jugendliche und noch später auch Jugendliche im Lehrlingsalter in dieses Heim.
So berichteten sie auch über Probleme mit Kindern und Jugendlichen, die sich nicht in das System einfügen wollten, von Zöglingen, die mit ihren jungen Jahren zum Beispiel bereits eine kriminelle Vergangenheit hinter sich hatten und schnell auch mal aggressiv reagierten und sogar handgreiflich gegenüber ErzieherInnen wurden. Solche als „schwererziehbar“ eingestuften Jugendlichen wurden zuerst in ein „normales“ Kinderheim eingewiesen. Wenn die Integration in das Heim hier nicht funktionierte, erfolgte eine Überweisung in ein Spezialkinderheim.

In den ersten Jahren herrschte viel weniger „Bürokratie“ wie zum Beispiel geforderte Gruppen- und Heimversammlungen sowie Berichte. Der erste Heimleiter sagte:
Das wichtigste sind uns die Kinder.
Stolz sind beide auch heute noch, wenn sie in der Stadt gegrüßt und angesprochen werden von ehemaligen Heimkindern, die heute selbst schon Erwachsene sind, Familien gegründet haben und auch selbst schon wieder Kinder und Enkel haben.
Ein ehemaliger Skispringer der DDR verbrachte als Kind viel Zeit im Kinderheim, weil seine Mutter hier angestellt war. Seine Äußerungen über diese Zeit sind nur positiv. Dank moderner Technik findet man auch in den Tiefen des Internets einige Informationen wie zum Beispiel diese:
Dank fortgeschrittener Technik finde ich heute mein geliebtes Rodewisch wieder, wo ich von 1970-1979 meine Kind- und Jugendzeit liebevoll und behütet erleben durfte (Kinderheim Sonnenland).
Quelle: rodewisch.rene-weiss.de/seiten/guestboard.html.

Ende der 1970er Jahre führten Meinungsverschiedenheiten und Diskrepanzen mit der Heim- und Kreisleitung der SED dazu, dass mein Onkel seine Tätigkeit im Kinderheim „Sonnenland“ nach 23 Jahren aufgab und zur „Station Junger Naturforscher und Techniker“ Falkenstein bei Auerbach, der späteren Pionierstation und Pionierhaus „Max Hoelz“, wechselte. Hier als Leiter der AG „Junge Techniker“ konnte er weiter seinen Idealen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen nachgehen, sie anleiten, für etwas begeistern, sie motivieren und fördern.
Während seiner Zeit als Erzieher im Kinderheim fertigte er auch eine Chronik des Heimes an. Was aus ihr geworden ist, konnten wir bis jetzt nicht klären.

Nach der Wende ging das staatliche Kinderheim in die Trägerschaft der Kirche über. Am 01.01.1994 begann die Diakonie Auerbach wieder ihre Arbeit mit Waisenkindern. Ab den 2000er Jahren war die Zahl der Kinder so gering geworden, dass das Heim als solches nur noch bis zum November 2002 genutzt wurde.    
2005 beschloss der Kreisausschuss, das Heim an die Sonnenland GmbH zu verkaufen. Seitdem verfällt der Bau zusehends immer mehr.


Susanne Knabe: Tochter von Eltern mit Republikfluchtabsichten (1970er – 1980er Jahre)

Susanne Knabe, 48, Facharbeiterin Textilpflege, Melkerin, Altenpflegerin, Heiminsassin 1970 - 1978 und 1980 - 1989.

Aus der Akte (7 Jahre); ihre Eltern saßen in Haftanstalten in Hohenschönhausen; während der Dreharbeiten Juni 2018.

Interview 2: Susanne Knabe.


Corin Herrford: Erzieherin im Kinderheim „Wilhelm Pieck“ in Pritzhagen (Ende 1980er Jahre)

Corin Herrford, 51, Leiterin einer geschützten Betriebsabteilung, ehemalige Erzieherin in Einrichtungen der Jugendhilfe der DDR und BRD.

Kinderheim "Wilhelm Pieck" in Pritzhagen in den 1980er Jahren. 
 
Das ehemalige Kinderheim, jetzt "Haus Tornow" im September 2005. 

Interview 3: Corin Herrford.


Das Projekt:



Gefördert durch:
ESF-Mikroprojekte / lokaler sozialer Zusammenhalt sowie LSK-Mikroprojekte des Landes Berlin.


  
   

Medien zum Projekt

keine heimKINDEREIEN
- Medien zum Projekt -



Unser Projekt keine heimKINDEREIEN ist ein Film- und Fotoprojekt, das durch eine Begleitbroschüre und durch diese Präsentation im Internet ergänzt wird. 

DVD und Begleitbroschüre zum Film.

DVD - Der Film keine heimKINDEREIEN
Die Länge der Dokumentation beträgt 98 Minuten. Die DVD ist im Format AVCHD.

Begleitbroschüre zum Film
Die A5-Broschüre hat einen Umfang von 148 Seiten. In dieser sind neben weiteren Informationen wie zum Beispiel die Geschichte des Waisenhauses Rummelsburg, eine umfangreiche Bibliografie die vollständigen Interviews verschriftlicht. Zahlreiche farbige Fotos illustrieren das Gesagte.

DVD - Interviews zum Film
Auf dieser DVD sind die vollständigen Interviews enthalten. Die DVD ist im Format AVCHD und hat eine Länge von 144 Minuten.

Diese drei Medien können wir zum Selbstkostenpreis für Nachherstellungen zum Verkauf anbieten.




Das Thema „Heimkinder“ war lange Zeit ein „Stiefkind“ des öffentlichen Dialogs. Heime waren immer in großer Zahl sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland vorhanden, doch erschienen sie, wenn man vom medialen Interesse ausgeht, als eine Art abgeschottete Inseln, von denen man zwar wusste, dass es sie gab, die man aber, wenn es nicht unbedingt notwendig war, lieber aus dem eigenen Bewusstsein verdrängte.
Unser Projekt will dazu beitragen, gerade diesem Vergessen entgegenzutreten und in Film und Broschüre eine Basis zu bilden, welche die Möglichkeit bietet, die Problematik „Heimerziehung“ und „Heimkinder“ in unterschiedlichem Rahmen zu diskutieren.

Sie können dieses Multimedia-Projekt mit einer kleinen Spende unterstützen - Vielen Dank!


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Szenen aus dem Film keine heimKINDEREIEN:

Szene 2: Interview Dr. Thiele und Dr. Moldt, Museum Lichtenberg im Stadthaus.


Szene 3: Auszug Autobiografie „Schlechtwetterzonen“, Heimalltag, Werner Schwarz.


Szene 7: Interview Werner Schwarz.


Szene 9: Auszug Autobiografie „Schlechtwetterzonen“, Weggang Waisenhaus Regensburg, Werner Schwarz.


Szene 10: Kinderheim „Sonnenland“ in Rodewisch, Vogtland.


Szene 12: Auszug Autobiografie „Schlechtwetterzonen“, Aktenkundig, Werner Schwarz.


Interviews zur Begleitbroschüre zum Film:

Interview 1: Museum Lichtenberg im Stadthaus:
Dr. Thomas Thiele (Leitung) und Dr. Dirk Moldt (Archiv- und Sammlungsleitung).


Interview 2: Susanne Knabe.


Interview 3: Corin Herrford.


Links:

Das Projekt:



Gefördert durch:
ESF-Mikroprojekte / lokaler sozialer Zusammenhalt sowie LSK-Mikroprojekte des Landes Berlin.


  
   

Bibliografie

keine heimKINDEREIEN
- Bibliografie -



Bibliografie
An dieser Stellen wollen wir einige Publikationen zum Thema Heimerziehung auflisten. Wir sind uns bewusst, dass dies keine "vollständige" Liste sein kann. Einen Schwerpunkt bildet dabei Berlin-Lichtenberg


A
  • Amt für Jugendfragen beim Ministerrat der DDR (Hrsg.): Staatliche Dokumente zur sozialistischen Jugendpolitik in der DDR, Berlin 1971.
  • AG Heimreform (Hrsg.): Aus der Geschichte lernen. Analyse der Heimreform in Hessen (1968-1983). (= Reihe Praxis und Forschung / Blaue Schriftenreihe). IGfH – Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen, Frankfurt a. M. 2000.
  • AG der IGfH (Hrsg.): Argumente gegen geschlossene Unterbringung und Zwang in den Hilfen zur Erziehung. Für eine Erziehung in Freiheit (= Reihe Grundsatzfragen 50 / Gelbe Schriftenreihe). IGfH – Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen, Frankfurt a. M. 2013.

B
  • Behr, Katrin; Hartl, Peter: Entrissen. Der Tag als die DDR mir meine Mutter nahm. Weltbild Verlag, Augsburg 2012.
  • Berndt, Elvira (Hrsg.): Heimerziehung in Berlin. West 1945 – 1975, Ost 1945 – 1989. Annäherungen an ein verdrängtes Kapitel Berliner Geschichte als Grundlage weiterer Aufarbeitung. Edition Gangway im Archiv der Jugendkulturen, Gangway e. V., Berlin 2011.   
    Mit einem umfassenden Literaturverzeichnis.
  • Böttcher, Walter: Die Waisenpflege der Stadt Berlin unter besonderer Berücksichtigung der Einwirkung des Krieges auf ihre Entwicklung. Hessische Ludwigs-Universität zu Gießen, Gießen 1923.
  • Brosch, Peter: Fürsorgeerziehung. Heimterror und Gegenwehr. Benachteiligung in Heimen erzogener Kinder. Informationen zur Zeit. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 1975. 
  • Brusten, Manfred; Jürgen Hohmeier (Hrsg.): Stigmatisierung. Zur Produktion gesellschaftlicher Randgruppen. Band I + II. Kritische Texte: Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Soziale Probleme. Luchterhand Verlag, Neuwied und Darmstadt 1975.
  • Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur: Literatur zum Thema. Fachliteratur Heimerziehung. Fachliteratur Jugendwerkhof, Zeitzeugenberichte und Romane.    
    www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/literatur-4283.html
  • Burkowski, Ursula: Weinen in der Dunkelheit. Als Kleinkind in einem Kinderheim in Ostberlin. Erfahrungen. Bastei-Lübbe, Bastei Verlag, Bergisch Gladbach, 1993. 

D
  • Dreier-Horning, Anke; Laudien, Karsten: Die Jugendhilfe im Berliner Stadtbezirk Lichtenberg (1945 – 1989) zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Forschungsbericht. DIH – Deutsches Institut für Heimerziehungsforschung gGmbH, An-Institut der Evangelischen Hochschule Berlin. Berlin 2014.

E
  • EJF gAG (Hrsg.): 120 Jahre EJF. Soziale Arbeit in drei Jahrhunderten (1894 – 2014). Festschrift. Berlin 2014.
F
  • Fischer, Alfons: Die Waisenpflege der Stadt Berlin. Aus amd. Quellen dargestellt. Berlin 1892.
  • Forschungsgemeinschaft „Janusz Korczak“: Kinderheim „Dr. Janusz Korczak“, Berlin-Lichtenberg.  Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, Sammlung Korczak (Privatsammlung Barbara Engemann-Reinhardt) Signatur: 46, Kalliope-Verbund DE-611-BF-42777.
  • Fröschle, Tobias: Studienbuch Betreuungsrecht. Rechtliche Grundlagen. Fälle mit Lösungen. Bundesanzeiger Verlag, Köln 2013.

G
  • Glocke, Nicole: Erziehung hinter Gittern. Schicksale in Heimen und Jugendwerkhöfen der DDR. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2011.
  • Gries, Jürgen; Ebner von Eschenbach, Malte-Friedrich; Ruhl, Nils Marvin: Zur Situation der Heimerziehung in Berlin West (1950 – 1970) und Berlin-Ost (1950 – 1990). Aufriss einer Grauzone. E-Book, Archiv der Jugendkulturen Verlag KG, Berlin 2012.

H
  • Hoffmann, Julius: Jugendhilfe in der DDR. Grundlagen, Funktionen und Strukturen. (= Juventa-Materialien 52). Juventa-Verlag, München 1981.
  • Homes, Alexander Markus (Hrsg.): Heimerziehung. Lebenshilfe oder Beugehaft? Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt a. M. 1984.
  • Homes, Alexander Markus: Gestohlene Kindheit. Ein Heimkind packt aus. Patmos-Verlag, Düsseldorf 1996.
  • Homes, Alexander Markus: Heimerziehung. Lebenshilfe oder Beugehaft? Gewalt und Lust im Namen Gottes. BoD 2006.
  • Honecker, Margot (Unterz.): Anweisung 9/88 zur Ausbildung von Diplompädagogen in der Spezialisierungsrichtung Jugendhilfe/Heimerziehung vom 8. August 1988. In: Jugendhilfe 12/1988, S. 349 ff.

I
  • Institut für Jugendhilfe (Hrsg.): Die Heimerziehung als Bestandteil des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems der DDR. IfJ, Ludwigsfelde 1968.
  • Institut für Jugendhilfe (Hrsg.): Die Rechte und Pflichten des Heimerziehers in den Kinderheimen der Jugendhilfe. In: Sozialistische Erziehung in Jugendhilfe und Heimerziehung 17/1961. IfJ, Ludwigsfelde 1961.
  • Institut für Jugendhilfe (Hrsg.); Jurich, Karl-Heinz: Die Rechte und Pflichten des Heimerziehers in den Kinderheimen der Jugendhilfe. Probleme der Betreuung und Beaufsichtigung Minderjähriger. (=Beiträge zur Weiterbildung Band 22). IfJ, Ludwigsfelde 1970.

J
  • Johannsen, Lorenz Peter: Janusz Korczak. Kinderarzt. In: Simon, Hermann (Hrsg.): Jüdische Miniaturen. Centrum Judaikum. Hentrich & Hentrich Verlag, Berlin und Leipzig 2015.

K
  • Kappeler, Manfred: Ein Hohes Maß an Übereinstimmung – Heimerziehung in Deutschland „Ost“ und Deutschland „West“. In: jugendhilfe 45. Jg., 6/2007, S. 298 – 304.
  • Kappeler, Manfred: Menschenrechtsverletzungen in der Jugendhilfe. In: Musfeld, Tamara; Quindel, Ralf; Schmidt, Andrea (Hrsg.): Einsprüche. Kritische Praxis Sozialer Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe. Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2008, S. 9 – 25.
  • Krug, Leopold; Junge, Wilhelm: Nachricht über den jetzigen Zustand des hiesigen großen Friedrichs-Waisenhauses und über die Verwaltung desselben durch die städtische Armen-Direktion seit dem Anfange des Jahres 1820. Nicolai'sche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1822.

L
  • La Spina, Emma: Niemand trocknete meine Tränen. Meine qualvollen Jahre in einem Kinderheim und wie ich in meiner Dienstfamilie gedemütigt wurde. Aus dem Italienischen von Petra Knoch („Il suono di mille silenzi“). Weltbild Verlag, Augsburg 2016.   
    Erfahrungen. Bastei-Lübbe, Bastei Verlag, Bergisch Gladbach, 2018.
  • Linke, Adolf: Lange, Brigitte M. (Hrsg.): Leben. Nun gerade! Ein Berliner Waisenknabe erzählt (1877 – 1955). Rediroma-Verlag, Remscheid 2014.

M
  • Ministerium für Volksbildung (Hrsg.): Unterbringung von Kindern in konfessionellen Kinderheimen auf Grund des Gesetzes über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau. In: ADW DW DDR II 762. MfV, Berlin 1951.
  • Ministerium für Volksbildung (Hrsg.): Verordnung über die Heimerziehung von Kindern und Jugendlichen vom 26. Juli 1951. GBl DDD I, S. 708. MfV, Berlin 1951.
  • Museum Lichtenberg im Stadthaus: Zerbrochene Seelen. Das Durchgangsheim Stralau. In: Widerspenstig und widerständig. Jugendkultur in Lichtenberg. 1960 – 1990. Ausstellung des Museum Lichtenberg im Stadthaus vom 10.10.2014 – 30.04.2015, Kurator: Dr. Dirk Moldt. Berlin 2014, PDF-Flyer S. 8.   
    www.museum-lichtenberg.de/index.php/angebote/ausstellungen/635-widerspenstig-und-widerstaendig

P
  • Pankofer, Sabine: Freiheit hinter Mauern. Mädchen in geschlossenen Heimen. Juventa Verlag, Weinheim und München 1997. 
  • Pöhner, Markus: Die unendliche Geschichte der geschlossenen Unterbringung. Tectum Wissenschaftsverlag, Marburg 2012.

R
  • Römhild, Dieter: Leben im Kinderheim der DDR. Lebenserinnerungen von Dieter Römhild. Frankfurter Literaturverlag, Frankfurt a. M. 2015.
  • Rötscher, Gottlieb; Pischon, Friedrich August: Ueber die Verwaltung des großen Friedrichs-Waisenhauses. Eine Beleuchtung und Berichtigung der ähnlichen Schrift von Herrn L. Krug und W. Junge. Ferdinand Dümmler Verlag, Berlin 1822.

S
  • Sax, Mathias: Selbstwertentwicklung. Das Kinderheim ein Hemmfaktor? Selbstwertentwicklung und Belastungsfaktor. Übergang vom stationären Kinderheim in die Erwerbstätigkeit. Reihe Humanwissenschaften. Akademikerverlag, Riga 2015.
  • Schultz, Helga: Aus der Geschichte des Berliner Waisenhauses (des Großen Friedrichs-Hospitals) im 18. Jahrhundert. In: Berliner Geschichte. Dokumente, Beiträge, Informationen. Heft 5. Stadtarchiv der Hauptstadt der DDR, Berlin 1984, S. 56 – 66.
  • Schwabe, Mathias: Zwang in der Heimerziehung? Chancen und Risiken. Soziale Arbeit. Ernst Reinhardt Verlag, München 2008.
  • Schwarz, Werner: Schlechtwetterzonen. Voraus, voraus und allzeit gute Fahrt. Autobiografie, Band 1. IATROS-Verlag & Service GmbH, Sonnefeld 2019.
  • Senator für Familie, Jugend und Sport (Hrsg.): Bestandsaufnahme in Berliner Heimen 1974. Auswertung. Ergebnisse und Empfehlungen. SenFJS, Berlin 1979.
  • Siebert, Annerose: Heimkinderzeit. Eine Studie zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der katholischen Behindertenhilfe in Westdeutschland (1949 – 1975). Zusammenfassung. Lambertus-Verlag, Freiburg 2016.
  • Steer, Christine: Rummelsburg mit der Victoriastadt. Herausgegeben von Museum Lichtenberg im Stadthaus. be.bra wissenschaft verlag, Berlin 2010.
  • Steinacker, Sven: Der Staat als Erzieher. Jugendpolitik und Jugendfürsorge im Rheinland vom Kaiserreich bis zum Ende des Nazismus. ibidem-Verlag, Stuttgart 2007.
  • Sucker, Richard: Der Schrei zum Himmel. Kinderzwangsarbeit in christlichen und staatlichen Kinderheimen. Autobiographie. Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2008.

U
  • Ury, Else: Nesthäkchen im Kinderheim. Hoch-Verlag, Düsseldorf 1951.

V
  • Voss, Ute: Die Entwicklungsgeschichte der Kinderklinik Berlin-Lichtenberg von ihren Wurzeln im Großen Friedrichs-Waisenhaus 1702 bis zur Gegenwart. Dissertation Humboldt-Universität Berlin, Berlin 2002.

W
  • Weber-Kellermann, Ingeborg (Hrsg.): Die Kindheit. Eine Kulturgeschichte. insel taschenbuch, Insel Verlag, Frankfurt a. M. 1997.
  • Wedon, Athanasius von: Im Kinderheim Gott begegnen. Schwester M. Lumenfried Bräuchler (1929 – 2008). Haag + Herchen Verlag, Hanau 2011.
  • Wensierski, Peter: Schläge im Namen des Herrn. Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2006.
  • Wolf, Klaus (Hrsg.): Entwicklungen in der Heimerziehung. Votum Verlag, Münster 2000.
  • Weiss, Hans: Tatort Kinderheim. Ein Untersuchungsbericht. Paul Zsolnay Verlag und Deuticke Verlag, Wien 2012.
  • Wnuk, Jeannette: Aufs Angenehmste enttäuscht. Aus der Geschichte des Waisenhauses Rummelsburg. Herausgegeben vom Bezirksamt Lichtenberg. Museum Lichtenberg im Stadthaus, Berlin 2016.

Z
  • Zelle, Robert: Waisenpflege und Waisenkinder in Berlin. In: Virchow; Rudolf; Holtzendorff, Franz von (Hrsg.): Sammlung gemeinverständlicher wissenschaftlicher Vorträge. Serie II, Heft 29. C. G. Lüderitz'sche Verlagsbuchhandlung A. Charisius, Berlin 1867, S. 5 – 36.


Das Projekt:



Gefördert durch:
ESF-Mikroprojekte / lokaler sozialer Zusammenhalt sowie LSK-Mikroprojekte des Landes Berlin.


  
   

01.01.2019

Schlechtwetterzonen

Schlechtwetterzonen



Im Januar 2019 ist der 1. Band der Autobiografie von Werner Schwarz im IATROS-Verlag erschienen "Schlechtwetterzonen. Voraus, voraus und allzeit gute Fahrt". 

Werner Schwarz: Schlechtwetterzonen. Autobiografie, Band 1.

Werner Schwarz
Schlechtwetterzonen
Voraus, voraus und allzeit gute Fahrt
Autobiografie, Band 1
IATROS-Verlag & Service GmbH, Sonnefeld 2019
Klappenbroschur, 14,8 x 21,0 cm, 360 Seiten, Zeichnungen des Autors, 16,00 €
ISBN 978-3-86963-670-2
 
Eine Geschichte, wie sie sich nicht alle Tage ereignet, eine Biografie, welche ihresgleichen sucht. Der Autor, Heimkind in den 1960er und 70er Jahren erfuhr Leben einerseits als aufgezwungenes Schicksal, geprägt von in jener Zeit in Kinderheimen herrschender sinnloser Gewalt, andererseits aber auch als fortlaufenden Wechsel prägender Ereignisse: mehrere Heimwechsel, sowohl kirchlich als auch weltlich, zwangsläufige Schulwechsel, Wechsel der Erzieher und Kameraden. Immer zu wenig Zeit um Bindungen einzugehen und um sich selbst zu schützen, unwissend immer mehr Kälte als Wärme erlernen zu müssen. Ein junges Leben, welches vor allem auch ein Ringen ums Überleben war. Körperlich und auf jeden Fall seelisch.
Und dann der immerwährende Wunsch, diesem Druck der staatlichen Fürsorge endlich zu entrinnen.
Schließlich seine lang ersehnte und verrückte Berufswahl, von der er zu Beginn noch nicht ahnte, dass sie ihn fortan prägen wird und diese zu seiner Passion werden würde. Im Wechsel zwischen packender Schilderung der Ereignisse, Reflexionen und umfangreichen Informationen wie die folgenden, die man als Motto, es wären immer nur sich bald auflösende SCHLECHTWETTERZONEN, für die gesamte Schilderung sehen kann: 
Es ist gut, dass jeder Mensch sein Leben nach seinem Wohlgefallen, in welcher Form auch immer, gestalten kann. Das Individuum Mensch ist in der Evolutionsgeschichte als einziger in der Lage, dies selber zu entscheiden.

Fahren für die Freiheit - Rezension in der BINNENVAARTKRANT, 18. Juni 2019, S. 11.

Rezension in der BINNENVAARTKRANT,
Jg. 23, Ed. 13, 18. Juni - 2. Juli 2019, S. 11.


Szenen aus dem Film "keine heimKINDEREIEN":

Szene 7: Interview Werner Schwarz.


Szene 3: Auszug Autobiografie „Schlechtwetterzonen“, Heimalltag, Werner Schwarz.


Szene 9: Auszug Autobiografie „Schlechtwetterzonen“, Weggang Waisenhaus Regensburg, Werner Schwarz.


Szene 12: Auszug Autobiografie „Schlechtwetterzonen“, Aktenkundig, Werner Schwarz.


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